Am Montag den 01.07.2013 berichtete die NOZ unter dem Titel „Hitzige Diskussion zum Güterbahnhof Osnabrück“, über einen kabarettistisch untermalten Heimatabend, der einen Tag zuvor stattfand.

Der folgende Satz, die „Nutzer des Areals aus der Kulturszene berichteten jedoch, dass die Mitglieder der „Lebensquelle“ eine gute Nachbarschaft torpedierten.“ (vgl. NOZ-Artikel) entsteht unserer Meinung ein falscher Eindruck.
Der Kulturverein Petersburg e.V. möchte an dieser Stelle richtigstellen, dass diese zitierte Aussage nicht von den Kulturschaffenden des Freiraum Petersburg / Kulturverein Petersburg e.V. getroffen wurde. In Kooperation mit der „Lebensquelle“ haben wir es geschafft, die „Petersburg“ wieder ans Stromnetz dauerhaft anzuschließen.

Unterschieden werden muss darüber hinaus auch zwischen der Zion GmbH als Eigentümer und der Freikirche „Gemeinde Lebensquelle e.V.“.
Sicherlich waren und sind nicht alle Meinungen deckungsgleich, wir streben jedoch einen konstruktiven Austausch an und suchen das Gespräch mit den neuen Akteuren am Güterbahnhof.
Kulturverein Petersburg e.V.

Seit einigen Wochen nimmt die Berichterstattung über den alten Güterbahnhof und die dortigen Geschehnisse in der lokalen Presse sehr viel Raum ein. Leider entstand dabei auch sehr viel Verwirrung, so dass es für viele OsnabrückerInnen schwer nachvollziehbar scheint, wer für was am Güterbahnhof steht.

Teilweise entstand der Eindruck, dass sich zwei Fronten gebildet hatten, wobei sich die gesamte Kulturszene in Osnabrück geschlossen gegen die Freikirche Lebensquelle e.V. erhoben habe.

Über die letzten  6 Jahre hat sich am Güterbahnhof eine kulturschaffende, eigenständige Initiative entwickelt, die den „Freiraum Petersburg“ belebt und aus der vor 3 Jahren der Kulturverein Petersburg entstanden ist.

Als Ort der Toleranz pflegen und praktizieren wir eine offene und vorurteilsfreie Begegnung, nicht nur in und um den Freiraum Petersburg. Daher plädieren wir in  Bezug auf die aktuell entstandene  Debatte für einen  differenzierten Diskurs, frei von diffamierenden und  vorurteilsbehafteten Aussagen.

Mit dieser Stellungnahme möchten wir weiterhin die teils undurchsichtige Situation aufklären:

Im November 2012 wurde der alte Güterbahnhof von der Zion GmbH gekauft. Der Miteigentümer der Zion GmbH und gleichzeitiges Gemeindemitglied der evangelischen Freikirche Lebensquelle e.V. und deren Pressesprecher sprachen in der OS1.tv Sendung „Osnabrücker Land und Leute“ vom 06. Mai über die Pläne und Vorhaben der Freikirche auf dem Güterbahnhofsareal. Außerdem kam es zu der Aussage des Eigentümers, dass Homosexualität Sünde sei.

Daraufhin entwickelte sich auf der Facebookseite „DEMONSTRATION – >  Lebensquelle“ ein Proteststurm gegen die Freikirche. Dieser Proteststurm war häufig unreflektiert, diffamierend und beleidigend.

Aus der Bewegung im Internet gründete sich am Montag, den 21. Mai 2013 die KiezAG e.V. (Kultur Initiative eigenständiges Zentrum am Güterbahnhof e.V.) mit dem Ziel, für eine kreative Alternative am Güterbahnhof einzustehen (vgl. http://kiezag.de/start/ ).

Wir bedauern, dass sich in der Öffentlichkeit nicht immer klar zwischen uns, dem Kulturverein Petersburg e.V. als Vertreter der Kulturschaffenden des „Freiraum Petersburg“ und dem „KiezAG e.V.  unterscheiden lässt.

Der Kulturverein Petersburg e.V. unterstützt zwar die Ziele der KiezAG e.V., das kulturelle Leben am Güterbahnhof zu erhalten und begrüßt das breite Interesse der Öffentlichkeit für den Standort am Güterbahnhof, wir möchten aber gleichermaßen betonen, dass der Verein KiezAG e.V., der sich aus unabhängigen Osnabrücker Bürgerinnen und Bürgern formiert, eigenständig ist. Demzufolge differenzieren sich die Zielsetzungen und sind nicht immer deckungsgleich mit den Positionen des Kulturverein Petersburg.

Wir setzten uns für den langfristigen Erhalt des von uns seit mehr als 6 Jahren für kulturelle Aktivitäten genutzten Freiraum Petersburg am Güterbahnhof ein.

Bei der aktuellen Thematik um den Kauf und Nutzung des Ringlokschuppens, u.a. möglicherweise für kulturelle Zwecke, möchten wir darauf hinweisen, nicht aus den Augen zu verlieren, dass sich in unmittelbarer Nachbarschaft bereits eine kulturelle Nutzung in Form des Freiraum Petersburg etabliert hat, die wir u.a. aus strukturellen Gründen für eine  Umsiedlung als nicht geeignet sehen.

Vielmehr plädieren wir für eine Unterstützung unserer Pläne des Erhalts des Freiraum Petersburg am derzeitigen Standort.

Wir erklären uns offen zu gemeinsamen Gesprächen mit den beteiligten Parteien über die weitere Entwicklung, Nutzung und Finanzierung der kulturellen Projekte am Güterbahnhof .

Kulturverein Petersburg e.V.

Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung B-Plan Nr. 370
Eingereicht am 28.05.2013.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu dem von der Stadt vorgestellten Bebauungsplan Nr. 370 möchten wir als aktuelle NutzerInnen des Geländes Hamburgerstraße 22b hiermit unsere Einwände anführen.
Wir möchten anmerken, dass die aktuellen Raumnutzungsentwürfe jegliche Berücksichtigung der Interessen der Kulturschaffenden auf dem Gelände vermissen lassen. Dies steht im Widerspruch zu den Aussagen von Stadt und Eigentümern, die Kulturszene am Güterbahnhof erhalten zu wollen (vgl. mit diversen NOZ-Artikeln des letzten Monats, OS1.TV Berichten und Aussagen von Herrn Franz Schürings, als Leiter des Fachbereichs Städtebau).

Wie die VertreterInnen des Kulturverein Petersburg e.V. bereits in diversen Gesprächen mit VertreterInnen der Stadt u.a. in Person von Herrn OB a.D. Pistorius, Frau Kulturdezernentin Rzyski und Herrn Stadtbaurat Griesert deutlich machten, sehen wir unsere aktuelle Nutzung nicht als Zwischennutzung.
Trotz der Tatsache, dass eine langfristige Perspektive aufgrund diverser Eigentümerwechsel teilweise ungewiss war, wurde unsererseits immer eine dauerhafte Etablierung gewünscht, angestrebt und kommuniziert.
Das kulturelle Leben am Güterbahnhof ist zu einem festen und wichtigen Bestandteil der Kulturlandschaft Osnabrücks geworden. Viele Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger verbringen dort ihre Freizeit, nutzen unsere Angebote oder sind selbst aktiv. Unsere Projekte erfreuen sich zunehmender Aufmerksamkeit in der Osnabrücker Bevölkerung.
Die aktuell entstandene Öffentlichkeitsdebatte zeigt, dass das Ende des Freiraum Petersburg für viele Bürgerinnen und Bürger Osnabrücks einen großen Verlust an Lebensqualität und Entfaltungsraum darstellen würde.

Wie in der Begründung zum Vorentwurf des Bebauungsplanes (Teil C, Abschnitt 1) angeführt wird, ist der Erhalt der vorhandenen Gebäude durch eine eventuelle Umstrukturierung und Erschließung des Geländes ausdrücklich nicht gefährdet, sowie eine Weiternutzung grundsätzlich möglich.
Weiterhin wird auch seitens der neuen Eigentümer deutlich das Bestreben kommuniziert, die kulturelle Szene nicht zu verdrängen, sondern im Gegenteil erhalten zu wollen (vgl. u.a. OS1.TV, Sendung: „Osnabrücker Land und Leute“ vom 06.05.2013).
Die Bereitschaft, das Gelände des Freiraum Petersburg zum Zwecke der weiteren kulturellen Nutzung zu veräußern, wurde zudem mehrfach seitens der Eigentümer angesprochen.
Wie die Zulassung von Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke im Planungsbereich GE1 (Begründung Vorentwurf Teil C, Abschnitt 4) untermauert, sehen wir keine hinreichenden Gründe, nicht ebenso eine Festsetzung für eine ausdrücklich kulturelle Nutzung im unmittelbar benachbarten, als Freiraum Petersburg genutzten, Areal vorzunehmen.
Wir appellieren daher auf eine Überarbeitung der aktuellen Baupläne mit dem Ziel des langfristigen Erhalts des von uns genutzten Gebäudes und der angrenzenden Außenflächen.
Hierzu fordern wir konkret, dass für den Bereich des Gebäudes Hamburgerstr. 22b und der angrenzenden, derzeit genutzten Flächen, ausdrücklich auch eine kulturelle Nutzung im Bebauungsplan festgeschrieben wird.

Bezüglich der Verkehrsanbindungsvarianten plädieren wir aufgrund der
damit verbundenen erheblich erhöhten Kosten und die bei einer Umsetzung auftretende starke Beeinträchtigung des von uns genutzten Areals in direkter Nachbarschaft für einen Verzicht auf die Verlegung der Frankenstraße (vgl.Variante 2) und damit auf eine Etablierung eines Kreisverkehrs (vgl. Variante 1).

Der Kulturverein Petersburg, mit seinen Mitgliedern, SympathisantInnen und Aktiven, strebt eine Weiterführung und den Ausbau des Projektes Freiraum Petersburg an.

Wir sind zu gemeinsamen Gesprächen über die weitere Entwicklung, Nutzung und Finanzierung mit VertreterInnen der Stadt und den neuen Eigentümern bereit.

Freundliche Grüße
Kulturverein Petersburg e.V.
vertreten durch den Vorstand

PDF Version des Einwands

Liebe PetersburgerInnen,

unsere Stellungnahme/Einwand des Kulturvereins zum Bebauungsplan am Güterbahnhof befindet sich aktuell im Feinschliff.

Wir möchten allen SympathisantInnen die Möglichkeit geben, Ihre Unterstützung per Unterschrift als Anhang zu dieser Stellungnahme zu erklären! Diese Unterschriftenlisten werden wir dann ebenfalls bei der Stadt neben unserer Stellungnahme einreichen.

Einsehen und unterschreiben könnt ihr die Stellungnahme u.a. morgen beim Offenen Café im Mythos. *

In regelmäßigen Abständen möchten wir nun wieder die Türen öffnen zu gemütlichen Treffen, bei denen gequatscht, gemeinsam musiziert, der Freiraum kennengelernt oder Fragen zur aktuellen Situation geklärt werden können.

Los geht’s am morgigen Mittwoch, den 29.05., ab 19:30 Uhr im Mythos an der Petersburg!

Bis dann,
wir sehen uns an der Burg!

* Eine weitere Unterschriftenliste liegt außerdem ab heute im Bioladen Ambrosia & Nektar
(Öwer de Hase 7-9) aus. Vielen Dank dafür!

Stellungnahme

Am Montag, den 06. Mai 2013 zeigte os1.TV ein Interview mit Herrn Gervelmeyer (Eigentümer des Güterbhanhofs) und Herrn Strunk (Pressesprecher der Gemeinde Lebensquelle e.V.).
Daraufhin, vor allem wohl aufgrund homophober Äußerungen seitens des Eigentümers, entbrannte im Internet ein großer Proteststurm gegen die Gemeinde Lebensquelle e.V. und deren Pläne auf dem Güterbahnofsgelände. Unzählige Presseartikel und Fernsehberichte informieren seither über die Ereignisse am Osnabrücker Güterbahnhof.

Die facebook-Gruppe „DEMONSTRATION->Lebensquelle“ mit aktuell über 7000 Mitgliedern bündelt den Protest. Aus der Bewegung im Internet gründete sich am Montag, den 21.Mai 2013 die KiezAG e.V. (Kultur Initiative eigenständiges Zentrum am Güterbahnhof e.V.) mit dem Ziel, für eine kreative Alternative am Güterbahnhof einzustehen (vgl. http://kiezag.de/start/ ).

Aufgrund der Vielzahl von Berichten und Geschehnissen möchte der Kulturverein Petersburg e.V. folgende Stellungnahme abgeben:

Der Kulturverein Petersburg e.V. distanziert sich ausdrücklich von jeglichen homophoben Aussagen und Einstellungen. Als Ort der Toleranz pflegen wir eine offene und vorurteilsfreie Begegnung, nicht nur in und um den Freiraum Petersburg.

Wir unterstützen die Ziele des KiezAG e.V., das kulturelle Leben am Güterbahnhof zu erhalten und begrüßen das breite Interesse der Öffentlichkeit für den Standort am Güterbahnhof. Gleichermaßen möchten wir betonen, dass sich der Verein Kiez AG, der sich aus unabhängigen Osnabrücker Bürgerinnen und Bürgern formiert, eigenständig und daher nicht unbedingt deckungsgleich mit dem Kulturverein Petersburg e.V. ist.

In Bezug auf die aktuell entstandene Debatte plädieren wir für einen differenzierten Diskurs, frei von diffamierenden und vorurteilsbehafteten Aussagen.
Von unsachlicher Hetze und Attacken gegen die Gemeinde Lebensquelle e.V. möchten wir Abstand nehmen. Wir sehen diesen Weg nicht als zielführend für den Erhalt der Kultur am Güterbahnhof an. Vielmehr ist eine breite, aber friedliche und sachliche Auseinandersetzung mit der Thematik vonnöten.

Wir erklären uns offen zu gemeinsamen Gesprächen mit den beteiligten Parteien über die weitere Entwicklung, Nutzung und Finanzierung der kulturellen Projekte am Güterbahnhof .

Kulturverein Petersburg e.V.

Ein passendes Video hierzu:
OS1 TV Petersburg in Gefahr