Pressemitteilung

Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis der Kulturverein Petersburg e.V. sich von den Rechtsstreitigkeiten mit der „Zion GmbH“ (mittlerweile „3g Group GmbH“) erholen und wieder mit frischer Energie neuen Projekten und Freiräumen widmen konnte.

Das gilt – wie zu erwarten war – nicht für die Gruppen des Freiraum Petersburg am alten Güterbahnhof. Nach zahlreichen erfolglosen Versuchen der nach Brandenburg verzogenen Grundstückseigentümerin, den bis Ende 2018 gültigen Mietvertrag für die Burg vorzeitig zu beenden, sah sich der Freiraum mit unzähligen Schikanen konfrontiert.

Diese haben nun einen neuen Höhepunkt erreicht. Am Mittwoch den 26.04.17 hat Thomas A. Gründler von der „3g Group GmbH“ – ohne die Burg vorzuwarnen – den Pastor Eduard Ochs von der „Lebensquelle“ aufgefordert, den Strom für die Burg abzuschalten. Dieser Aufforderung wurde am selben Tag um ca. 09:30 Uhr Folge geleistet, seitdem befindet sich die Burg wieder im finsteren Mittelalter.

Seit neun Jahren kann sich die Burg ohne Zuschüsse selbst tragen und für erschwingliche Proberäume und Ateliers sorgen. Solche unlauteren Mittel stellen eine existenzielle Bedrohung für den Kulturbetrieb dar und dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben. Nicht nur die eingemieteten Musiker*innen und Künstler*innen sind nun gezwungen, ihre kreativen Aktivitäten einzustellen, auch die Menschen, die regelmäßig den Kühlschrank der Lebensmittelretter nutzen, werden bald nur verdorbene Nahrungsmittel vorfinden.

Der Kulturverein verurteilt das scharf und fordert die „3g Group GmbH“ auf, die Burg unverzüglich wieder mit Strom zu versorgen, die entstandenen Kosten zu erstatten und Fortbildungen im Bereich der Wirtschaftsethik in Erwägung zu ziehen.

Griesert und Kulturverein eröffnen Zuwegung zum Ringlokschuppen

Pressemittelung

Oberbürgermeister Griesert und der Kulturverein Petersburg e.V. eröffnen feierlich die Zuwegung zum Ringlokschuppen.

Wir freuen uns, dass sich nun nach monatelangem Hin und Her der Zaun lichtet.

berichtet Vereinsmitglied Yenns Rilo. Schließlich ist der Kulturverein als Mieter der Stadt auf dem Gelände des Ringlokschuppens auf eine hinreichende Zufahrt angewiesen, sowie die Zugänglichkeit für Rettungswagen und Feuerwehr. Ob die derzeit noch im Bau befindliche, neue Zufahrt dies allerdings leisten kann, wurde von einigen Anwesenden angezweifelt. „Auch ein Krankenwagen kann seine Seitenspiegel einklappen, Zufahrt ist Zufahrt.“, äußerte sich dazu am Nachmittag ein Mitarbeiter aus dem Geschäftsbereich der Zion GmbH.

Um die neue Barrierefreiheit zu feiern, trafen sich am Mittag, während einer Kontrolle der Lagerflächen, einige der aktiven Kulturschützer_innen auf dem Außengelände des Ringlokschuppens. Noch mehr freuten sich die Anwesenden über den Besuch eines Stadtoberhauptes, das sich in den letzten Jahren sehr rar am ehemaligen Güterbahnhof gemacht hatte. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert gesellte sich zu den Feiernden und wollte diesen Anlass nun endlich nutzen, um die ansässigen Kulturschaffenden in ihrem Engagement für Osnabrück zu unterstützen. In seiner kurzen Ansprache, ließ er bei einem Glas Sekt verlauten, dass dies „der erste wichtige Schritt zur Öffnung aller Zäune weltweit“ sei. Die Stadt Osnabrück könne auch hier ihre Vorbildfunktion als Friedensstadt nutzen. Er sicherte den Kulturschaffenden zu, alles zu tun, damit die freie Kulturszene am Güterbahnhof bleiben und weiter wachsen könne. Die ersten Barrieren seien nun gefallen und der in der Entwicklung befindliche Bebauungsplan, solle dieses Ziel langfristig sichern. Als vorübergehender Kulturdezernent der Stadt, sehe er dies als seine Aufgabe an. Kurzfristig soll an einer Zwischennutzung des Kulturvereins im Ringlokschuppen gearbeitet werden, um aus der derzeitigen Hauptaktivität des Kulturvereins, das Einlagern von Potentialen, wieder Aktivitäten für die Öffentlichkeit entstehen zu lassen.

Durch die Lücke im Zaun ist nicht alles getan, aber es lässt uns hoffen, dass auch wir bald wieder unsere Tore für kreative, neugierige Menschen in der Stadt öffnen können.

mit diesen Worten schließt Rilo die gemeinsame Begehung ab.

08.03.2016
08.03.2016

Pressemitteilung

Am Samstagmittag, den 11.10.2014, fanden sich die Mitglieder der politischen Sambaband Rythms of Resistance zu einer Probe in der Innenstadt zusammen. Unter dem Motto „Kein Raum mehr für uns, ohne den Freiraum Petersburg“ trommelten sie in der Großen Straße, zwischen Neumarkt und Nikolaiort.


Die Band ist Teil eines internationalen Netzwerkes von Sambagruppen, welche Demonstrationen und politische Aktionen mit ihren Instrumenten unterstützen. Auch in Osnabrück sind sie mit befreundeten Bands aus Münster, Bielefeld und Bremen bereits häufiger zu hören gewesen. In diesem Jahr zum Beispiel bei den Demonstrationen zur Abschiebeproblematik oder den Protesten zu Arbeitssituation der Hebammen im April.
Nun war die Band in eigener Angelegenheit unterwegs. Die Räumung des Kulturverein Petersburg von seinen angestammten Flächen am Güterbahnhof hat auch bei ihnen zum Verlust der Proberäume geführt. Aber nicht nur sie sind betroffen, wie die Flyer verdeutlichten, die an Zuhörer_innen der öffentlichen Probe verteilt wurden.

Anfang Oktober räumte der Kulturverein Petersburg die von ihm genutzten Flächen am Güterbahnhof, nachdem sie sich durch das Handeln der Zion GmbH, insbesondere der Räumungsklage, dazu gezwungen sah. Auch wenn eine Einigung mit den Grundstückseigentümern als aussichtslos gesehen wird, hofft der Verein auf eine Rückkehr, um das kulturelle Programm fortsetzen zu können.

Pressemitteilung

Am Sonntagnachmittag lud der Kulturverein Petersburg zur Räumaktion an den Güterbahnhof ein. Weit über 100 Menschen folgten der Einladung. Sie bildeten vom Freiraum Petersburg zum Ringlokschuppen eine rund 300 Meter lange Menschenkette, in der das Hab und Gut des Vereins von Hand zu Hand weiter gereicht wurde. Viele der Kisten trugen Slogans und Sprüche, die den Unmut der Sympathisant_innen über diese absurde Räumung zum Ausdruck brachten.

Anlass für die Räumung ist die Klage der Zion GmbH gegen den Verein, welcher die Kulturschaffenden zum Rückzug von dem seit vielen Jahren genutzten Gelände zwingt. Als Zwischenlösung für den Verein bietet die Stadt Teile des Ringlokschuppens an.

Als Abschluss der Aktion stellten die Teilnehmer_innen der Menschenkette Kerzen zwischen Vereinsgelände und Lagerräumlichkeit auf. Symbolisch kam damit sowohl das Bestreben zum Ausdruck, bald zurückzukehren, als auch die Betroffenheit über die sinnlosen Forderungen der Zion GmbH. Denn nach der Räumung, werden die Flächen leer und einsam sein. Eine Nutzung wird von der Zion GmbH derzeit nicht angestrebt.

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