Passend zum neuen Jahr hat unser Freiraumprojekt „Keimzelle“ einen Alltagsnamen gefunden: ab jetzt hat Osnabrück ein K.A.F.F., das K. am fantastischen Freihafen!

Damit ihr auch hier mitgestalten könnt und der Vielfalt keine Grenzen gesetzt sind, setzt doch selbst ein K… ein. Was ist euch an diesem Ort wichtig? Was macht ihn aus? Was sollte hier passieren und was sind eure Träume? Uns ist so einiges eingefallen: Kuriositäten, Kulturprojekte, Klänge, Konzerte und Konstruktionen, Kompostklos und Kinderkram, Konsens, Kunst, Kreativität und KrasseSachen…

Und was ist der „fantastische Freihafen“? Ein neuer Freiraum am Osnabrücker Hafen, in und an dem schon einiges passiert und noch vieles möglich ist. Fantastisch im Sinne der abgefahrenen Utopie eines Ortes, der sich durch seine Nutzer*innen gestaltet. Ein Positivort, der einer Entwicklung von Misstrauen, Angst und Ausgrenzung entgegenwirkt und ein Experimentier- und Aushandlungsraum sein soll.

 

     

Und was gibt es noch Neues? Es wird jetzt – trotz weiterhin noch ohne Strom, Gas und Wasser – muckelig warm bei uns. Ende des Jahres haben wir flux einen Kaminofen eingebaut, den wir bereits bei unserer Wintersonnenwendfeier genießen durften. Großer Dank an dieser Stelle noch einmal an die fleißigen Anpacker*innen!

Also dann, kommt vorbei und macht euch selbst ein Bild: zum Hafenschnack, zu Bautagen oder zum offenen Plenum. Werdet Mitglied, erzählt es weiter, gestaltet und belebt diesen (T)Raum mit uns!

 

Bis bald im K.A.F.F. am Hafen,
Marcia und Genia
für den Kulturverein Petersburg e.V.

 

Eine Perspektive für „Freiraum“ Leben
Am Sonntag den 9. April hat sich der Kulturverein Petersburg mit Freund_Innen und Unterstützer_Innen am Osnabrücker Hafen getroffen, um sich ein Haus anzusehen, welches als „Keimzelle“ neue Perspektiven für den Freiraumgedanken bieten könnte.

Neugierig erkundeten rund 40 Besucher_Innen die Räumlichkeiten. Es handelt sich um ein Haus mit 200 m², bestehend aus einem größeren Raum von rund 60 m², sowie kleineren Räumen und Garagen. Das Haus hat eine angrenzende Außenfläche von rund 150 m². Die denkmalgeschützte Fassade des Hauses hat den Stil der gegenüberliegenden Speicher, was ein interessantes Ambiente vermittelt. Nachdem sich am Sonntag alle einen Eindruck machen konnten und sich über erste Ideen und Visionen ausgetauscht hatten, lud der Verein zu einer Runde ein, um über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. Gleichzeitig hatten alle die Möglichkeit, sich und ihre Ideen zu dem Gebäude vorzustellen. Der Eindruck von dem Haus war durchgehend positiv und brachte viele Vorschläge zur Gestaltung ein. Der Verein nahm die Ideen auf und plant diese, in den weiteren Prozess einzubringen.

Neben den vielen Ideen gab es auch einige Unsicherheiten. Auch wenn sich alle eine bunte Kulturszene an dem Ort vorstellen können, bestand Klarheit darüber, dass es Anfangs nicht leicht sein würde den Raum aufzubauen. Entscheidende Ausstattung wie Toiletten, Heizung und Brandschutz sind noch einzurichten. Noch wirkt der Hafen aktuell für eine alternative Szene verlassen und schlecht erreichbar. Dennoch waren sich alle einig, dass es sich lohnt, das Projekt „Keimzelle“, die neuen Räume am Hafen, weiter zu verfolgen. Schließlich hat der Verein viel Erfahrung darin, Osnabrücker Orte zu beleben.

Der nächste Schritt der Kulturschaffenden wird vor allem die Planung der Finanzierung beinhalten. Die möglichen neuen Räumlichkeiten bieten neue Perspektiven, aber auch viel Verantwortung. Der Verein wird sich in den nächsten Monaten verstärkt den kommenden finanziellen Herausforderungen widmen, um wieder einen kulturellen Freiraum für Osnabrück zu schaffen.

Mit der Räumung der Freiraumfläche am Güterbahnhof vor knapp drei Jahren sind viele der dort beheimateten Gruppen ohne feste Bleibe, andere mussten sich auflösen. Allein das Proberaumzentrum am Güterbahnhof hält bisher den Anstürmen stand und wird bis Ende 2018 unter anderem Bands, Künstler_Innen und den Foodsafern Platz bieten können.

Vor gut zwei Jahren hat der Freiraum-Petersburg bereits Interesse an dem zweiteiligen Gebäude am Hafen bekundet. Nun wurde das Objekt an die Deutsche Rockmusikstiftung aus Hannover veräußert, welche den einen Gebäudeteil mit hochwertigen Proberäumen ausstatten möchte und den anderen Teil dem „Kulturverein Petersburg“ zur Anmietung für sein neues Keimzellenprojekt anbietet, nachdem die Verhandlungsgespräche von der Stadt eingeleitet wurden. Für den Kauf des Gebäudes erhielt die Stiftung von der Stadt Vermittlungshilfe und finanzielle Unterstützung des Landes Niedersachsen.

Es ist für den Verein immer noch unverständlich, warum die Stadt bezüglich der Vermittlung von Gebäuden für Proberäume nicht gleich an den Freiraum-Petersburg herangetreten ist, nachdem dieser als lokaler Anbieter seit 9 Jahren erfolgreich Proberäume in Osnabrück vergibt und die Stadt auf Grund der bekannten, prekären Lage am Güterbahnhof Hilfe bei der Suche nach einem Ersatzstandort angeboten hatte.

Nichts desto trotz möchten wir die angebotene Chance ergreifen und sollten die Verhandlungen mit der neuen Eigentümerin gut verlaufen, könnte immerhin ein kleiner Teil der Gruppen, die sich mit dem Freiraumgedanken verbunden fühlen, endlich wieder ihren Ideen nachgehen. Für die Mehrzahl der Gruppen an der ursprünglichen Petersburg am Güterbahnhof besteht jedoch weiterhin ein großer Raumbedarf, für den es nach Auslauf der Verträge am 31.12.2018 noch keine neuen Räume gibt.