Neues vom Hafen

Ahoi an alle bunten und interessierten Menschen da draußen,

es war das dritte Mal, dass wir im Rahmen des Hafenschnacks zum Ort- und gegeseitigem Kennenlernen, Herumspinnen, Visionieren und Projekte umsetzten, eingeladen haben. Noch mal ein großes Danke für den schönen Hafenschnack, den wir mit so vielen wunderbaren Menschen, trotz Kälte und Regen, erleben durften!
Da letztes Mal viele spannende Ideen zusammen gekommen sind und erste Pläne geschmiedet wurden, haben wir uns dazu entschlossen diese schriftlich festzuhalten und noch mal raus zu schicken. So können sich auch andere informieren und bei Interesse gerne mitwirken!

TANZEN

wir brauchen noch einen passenden Boden, aber dann…

  • Extatic Dance: regelmäßige Veranstaltungen wo das Tanzen im Vordrgrund steht, vor Kommerz und Unterhaltung, gibt es bis jetzt noch nicht in OS, Raum wird gesucht
  • Blues Fusion: regelmäßige Tanzveranstaltung mit Paar- und freiem Tanz zu Blues und anderer Musik, auf Dauer Raum gesucht!
  • Contact Improvisation: Raum wird gesucht

MUSIK

  • Musik-Gruppe: Sammelbecken mit Menschen die gerne auflegen, möglichst vielfältig, nicht nur Elektro und Ansprechpartner*innen für Veranstaltungen und Menschen sein kann, die auf der Suche nach DJ’s sind
  • Dj-Workshop: für alle Interessierten, die gerne mal auflegen wollen!

KUNST

  • Lichtinstallationen: auf dem ganzen Gelände Installationen errichten, Workshop/Ausstellung/Veranstaltung
  • (Foto)Ausstellung: Jeder der Lust hat darf was aufhängen! Eröffnung mit Weihnachtfeier am 21.12. verbinden
  • Fotografie-Gruppe: lernen, üben, fotografieren!

THEATER

  • Theater-Gruppe: Raum wird gesucht, muss theatertauglich sein +Fundus

VERANSTALTUNGEN

  • Ideen-Bühne: Jede*r die/der was kann und weiss darf ihre/seine Ideen auf einer Bühne im Rahmen einer Veranstaltung (Open-Space) weiter geben
  • Repair-Cafe / Handarbeitsabende: treffen an dem „gehandarbeitet“ wird. Sachen stopfen, Nähen, Stricken etc. Keine große Veranstaltung, sich einfach nur treffen und gemütlich beisammen sitzen.

AG’s

  • Zaun-AG: Gestaltung und Bau des Zauns
  • Deko-AG: Gestaltung der Räume und Außengelände. Farben, Schilder, Fahnen, Wandbilder
  • „Presse-AG“: Artikel und Blogeinträge schreiben, Öffentlichkeitsarbeit
  • Hafenschnack-AG: Hafenschnack mit netten Ideen bereichern und einmal im Monat vorbereiten
  • Finanz-AG
  • IT-AG

Laufende Veranstaltungen

  • „Läuft“, Tischtennis-Rundlauf mit Musik vom Plattenteller
  • „offene Werkstatt“ jeden Donnerstag ab 17:00 Uhr
  • Hafen-Schnack jeden dritten Montag im Monat ab 20:00 Uhr
  • Bautage

Wir freuen uns auf die nächste Zeit und erste Umsetzungen!
Wer Interesse hat, gerne mehr Informationen haben, oder bei dem einen oder anderen Projekt mit machen möchte, darf sich gerne melden und uns kontaktieren unter genia@freiraum-petersburg.de!

Herbstliche Grüße,

Genia, Reinhard und Verena vom Kulturverein

Ein neuer Freiraum für Osnabrück! – Die „Keimzelle“ am Hafen

Vielleicht hat es sich ja schon zu euch rumgesprochen oder ihr habt es selbst schon erlebt: in Osnabrück gibt es nun einen weiteren, wunderbaren Ort, an dem sich eine alternative und bunte Kulturszene aufbaut.

Nachdem viele der Gruppen im Freiraum Petersburg, am ehemaligen Güterbahnhof, raumlos wurden, hat sich die lange Suche nach einem weiteren Entfaltungsort gelohnt. Die „Keimzelle“ (bisheriger Arbeitstitel) befindet sich am Osnabrücker Industriehafen, auf dem Gelände der ehemaligen Winkelhausen-Kaserne – ein geschichtsträchtiger Ort (eine Anfahrtskizze gibt es hier). Durch eine Förderung der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur e.V. (LAGS), die vor allem einen Großteil der Mietkosten bezuschusst, war es uns möglich, dieses Gebäude als Kulturverein Petersburg e.V. anzumieten. Seit dem 1. August 2017 haben wir also einen unbefristeten (!) Mietvertrag, über den wir sehr glücklich sind. Denn damit haben wir eine Basis, gemeinsam mit alten Freund_innen und vielen neuen Interessierten, wieder aktiv zu werden und diesen Freiraum und Begegnungsort zu gestalten.

Derzeit verbringen wir viel Zeit damit, Anträge für eine weitere Förderung zu schreiben. Drückt die Daumen! Nebenbei wird es in der „Keimzelle“ immer lebhafter. Zwei „Hafenbegehungen“ fanden im Vorfeld des Mietbeginns statt, um interessierten Gruppen und Einzelpersonen die Räume zu zeigen und sie in die Planungen einzubinden. Mit dem „Hafenerwachen“ Mitte August feierten wir den Mietbeginn und die erste öffentliche Veranstaltung und an den offenen Bautagen wird eifrigst eingerichtet und gewerkelt. Somit steht beispielsweise schon die Werkstatt, als Dreh- und Angelpunkt der derzeitigen Aktivitäten, denn hier ist noch einiges zu tun! Noch fehlt es an Strom, fließend Wasser und konventionellen Toiletten. Die Innenräume sind noch etwas schnöde, das neue Gemeinschaftsbüro ein viel genutzter Abstellraum und der Außenbereich pragmatisch grün. Also, viel Raum für Kreativität!

Du möchtest mitmachen und/oder den Ort kennenlernen?

Richtig gerne, komm vorbei! Zum Offenen Plenum, rund um organisatorische Themen, an jedem zweiten Montag im Monat. Oder zum Hafen-Schnack, das gemütliche Treffen zum Spinnen, Kennenlernen und Vernetzen an jedem dritten Montag im Monat. Die Termine findet ihr in der Terminleiste links. Daneben finden immer wieder offene Bautage statt, die gerne auch mit Lagerfeuer und Getränken ausklingen.

Ansonsten kannst du uns wie gehabt über das Kontaktformular erreichen. Über den Newsletter erfährst du von unseren aktuellen Veranstaltungen.

Bis bald am Hafen!

Pressemitteilung

Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis der Kulturverein Petersburg e.V. sich von den Rechtsstreitigkeiten mit der „Zion GmbH“ (mittlerweile „3g Group GmbH“) erholen und wieder mit frischer Energie neuen Projekten und Freiräumen widmen konnte.

Das gilt – wie zu erwarten war – nicht für die Gruppen des Freiraum Petersburg am alten Güterbahnhof. Nach zahlreichen erfolglosen Versuchen der nach Brandenburg verzogenen Grundstückseigentümerin, den bis Ende 2018 gültigen Mietvertrag für die Burg vorzeitig zu beenden, sah sich der Freiraum mit unzähligen Schikanen konfrontiert.

Diese haben nun einen neuen Höhepunkt erreicht. Am Mittwoch den 26.04.17 hat Thomas A. Gründler von der „3g Group GmbH“ – ohne die Burg vorzuwarnen – den Pastor Eduard Ochs von der „Lebensquelle“ aufgefordert, den Strom für die Burg abzuschalten. Dieser Aufforderung wurde am selben Tag um ca. 09:30 Uhr Folge geleistet, seitdem befindet sich die Burg wieder im finsteren Mittelalter.

Seit neun Jahren kann sich die Burg ohne Zuschüsse selbst tragen und für erschwingliche Proberäume und Ateliers sorgen. Solche unlauteren Mittel stellen eine existenzielle Bedrohung für den Kulturbetrieb dar und dürfen nicht ohne Konsequenzen bleiben. Nicht nur die eingemieteten Musiker*innen und Künstler*innen sind nun gezwungen, ihre kreativen Aktivitäten einzustellen, auch die Menschen, die regelmäßig den Kühlschrank der Lebensmittelretter nutzen, werden bald nur verdorbene Nahrungsmittel vorfinden.

Der Kulturverein verurteilt das scharf und fordert die „3g Group GmbH“ auf, die Burg unverzüglich wieder mit Strom zu versorgen, die entstandenen Kosten zu erstatten und Fortbildungen im Bereich der Wirtschaftsethik in Erwägung zu ziehen.

Eine Perspektive für „Freiraum“ Leben
Am Sonntag den 9. April hat sich der Kulturverein Petersburg mit Freund_Innen und Unterstützer_Innen am Osnabrücker Hafen getroffen, um sich ein Haus anzusehen, welches als „Keimzelle“ neue Perspektiven für den Freiraumgedanken bieten könnte.

Neugierig erkundeten rund 40 Besucher_Innen die Räumlichkeiten. Es handelt sich um ein Haus mit 200 m², bestehend aus einem größeren Raum von rund 60 m², sowie kleineren Räumen und Garagen. Das Haus hat eine angrenzende Außenfläche von rund 150 m². Die denkmalgeschützte Fassade des Hauses hat den Stil der gegenüberliegenden Speicher, was ein interessantes Ambiente vermittelt. Nachdem sich am Sonntag alle einen Eindruck machen konnten und sich über erste Ideen und Visionen ausgetauscht hatten, lud der Verein zu einer Runde ein, um über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. Gleichzeitig hatten alle die Möglichkeit, sich und ihre Ideen zu dem Gebäude vorzustellen. Der Eindruck von dem Haus war durchgehend positiv und brachte viele Vorschläge zur Gestaltung ein. Der Verein nahm die Ideen auf und plant diese, in den weiteren Prozess einzubringen.

Neben den vielen Ideen gab es auch einige Unsicherheiten. Auch wenn sich alle eine bunte Kulturszene an dem Ort vorstellen können, bestand Klarheit darüber, dass es Anfangs nicht leicht sein würde den Raum aufzubauen. Entscheidende Ausstattung wie Toiletten, Heizung und Brandschutz sind noch einzurichten. Noch wirkt der Hafen aktuell für eine alternative Szene verlassen und schlecht erreichbar. Dennoch waren sich alle einig, dass es sich lohnt, das Projekt „Keimzelle“, die neuen Räume am Hafen, weiter zu verfolgen. Schließlich hat der Verein viel Erfahrung darin, Osnabrücker Orte zu beleben.

Der nächste Schritt der Kulturschaffenden wird vor allem die Planung der Finanzierung beinhalten. Die möglichen neuen Räumlichkeiten bieten neue Perspektiven, aber auch viel Verantwortung. Der Verein wird sich in den nächsten Monaten verstärkt den kommenden finanziellen Herausforderungen widmen, um wieder einen kulturellen Freiraum für Osnabrück zu schaffen.

Mit der Räumung der Freiraumfläche am Güterbahnhof vor knapp drei Jahren sind viele der dort beheimateten Gruppen ohne feste Bleibe, andere mussten sich auflösen. Allein das Proberaumzentrum am Güterbahnhof hält bisher den Anstürmen stand und wird bis Ende 2018 unter anderem Bands, Künstler_Innen und den Foodsafern Platz bieten können.

Vor gut zwei Jahren hat der Freiraum-Petersburg bereits Interesse an dem zweiteiligen Gebäude am Hafen bekundet. Nun wurde das Objekt an die Deutsche Rockmusikstiftung aus Hannover veräußert, welche den einen Gebäudeteil mit hochwertigen Proberäumen ausstatten möchte und den anderen Teil dem „Kulturverein Petersburg“ zur Anmietung für sein neues Keimzellenprojekt anbietet, nachdem die Verhandlungsgespräche von der Stadt eingeleitet wurden. Für den Kauf des Gebäudes erhielt die Stiftung von der Stadt Vermittlungshilfe und finanzielle Unterstützung des Landes Niedersachsen.

Es ist für den Verein immer noch unverständlich, warum die Stadt bezüglich der Vermittlung von Gebäuden für Proberäume nicht gleich an den Freiraum-Petersburg herangetreten ist, nachdem dieser als lokaler Anbieter seit 9 Jahren erfolgreich Proberäume in Osnabrück vergibt und die Stadt auf Grund der bekannten, prekären Lage am Güterbahnhof Hilfe bei der Suche nach einem Ersatzstandort angeboten hatte.

Nichts desto trotz möchten wir die angebotene Chance ergreifen und sollten die Verhandlungen mit der neuen Eigentümerin gut verlaufen, könnte immerhin ein kleiner Teil der Gruppen, die sich mit dem Freiraumgedanken verbunden fühlen, endlich wieder ihren Ideen nachgehen. Für die Mehrzahl der Gruppen an der ursprünglichen Petersburg am Güterbahnhof besteht jedoch weiterhin ein großer Raumbedarf, für den es nach Auslauf der Verträge am 31.12.2018 noch keine neuen Räume gibt.