Living inter!culture – Das wars

Teilnehmer
Einige der Teilnehmer

Es ist schwer, mit den geflüchteten Menschen in Osnabrück in Kontakt zu treten, außer man fährt in das abgelegene Flüchtlingsauffanglager Bramsche/Hesepe. Dabei befindet sich in unmittelbarer Stadtnähe auch das Rosenplatzquartier sowie das Flüchtlingsheim „An der Petersburg“, in denen seit einigen Monaten Asylbewerber leben.

Zusammen mit dem Rosenplatzquartier organisierte die Kooperationsgemeinschaft Friedensgarten Dodesheide und Kulturverein Petersburg e.V. zwei erfolgreiche FahrradtourProjektwochen, in denen Osnabrücker_innen und Geflüchteten die Möglichkeit geboten wurde, sich kennenzulernen, in Austausch zu treten und Gemeinsames zu erarbeiten.
Auch die Freizeit wurde mit sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Basketball, Fahrradtouren und Klettern in der Zenit Boulderhalle gefüllt.

Bau-Workshop beim living inter!culture
Bau-Workshop beim living inter!culture

Während der ersten Woche wurde es bunt und handwerklich: Neben Arbeiten im Friedensgarten Dodesheide zieren nun auch Stühle, farbige Tische und aus Paletten gefertigte Bänke den Innenhof des Rosenplatzquartiers.

In der zweiten Woche wurde es dann überwiegend nachdenklicher:  In verschiedenen Theater-, Film- und Lyrikworkshops setzten sich die ProjektteilnehmerInnen mit den Geschichten der Geflüchteten und dem Thema Flucht und Asyl in Osnabrück auseinander.

Zum Abschluss des zweiwöchigen Projektes fanden am vergangenen Wochenende zwei besondere Veranstaltungen statt:

Die „Asyl-Monolge“, eine Produktion der Bühne für Menschenrechte, welche am Freitag, den 23.05. im Gemeinschaftszentrum Ziegenbrink von etwa 90 Menschen besucht wurde, zeigte im Stilmittel des dokumentarischen Theaters eine drei bewegenden Geschichten. So hörten die Besucher, vorgetragen von den Schauspielern Dieter Weichbrodt, Elisabeth Pleß und Kolja Unger, die Geschichten von Ali aus Togo, von Felleke aus Äthiopien und von der Kurdin Safiye. Alle drei konnten nicht mehr in ihren Heimatländern bleiben, saßen teilweise im Gefängniss, weil sie sich gegen die jeweiligen Regierungen stellen mussten.
Besonders beleuchtet das Stück die Dramen der Geflüchteten in Deutschland, ihr Probleme mit den Behörden, ihrem harten Kampf gegen die Abschiebung und den Frust, ein aufgeschobenes Leben führen zu müssen. Untermalt wurde das Stück durch die Cellomusik von Frauke Spangenberg.
Im Anschluss an das Theater diskutierten der Schauspieler Kolja Unger und einer der Rosenquartierbewohner über dessen konkrete Situation und seine Erfahrungen in Osnabrück.

Am Samstag, den 24.05. fand dann die große living inter!culture Abschlussveranstaltung am Freiraum Petersburg statt. Ab 15:00 Uhr konnten sich die Festivalbesucher auf dem Markt der Informationen über die Arbeit der hiesigen Flüchtlingsorganistationen ein Bild machen. Durch Filme, Fotos und Texte wurde weiterhin die Arbeit der vergangenen Projektwochen visualisiert.

Samba-Workshop
Samba Workshop im Garten der Petersburg

Ab 19:00 sorgten dann die Bands Natalia Mateo mit Jazz-Folk Musik, Grenzwert mit Ska-Punk, die akustisch spielende Kölner Band La Lengua del Malon und zuletzt Insolvent Insomniacs für fantastische Stimmung vor den zahlreichen Besuchern. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung von einer Feuer-Jonglage-Show, die so manch staunende und faszinierte Gesichter hinterließ.

Insgesamt zählten die Veranstalter etwa 400 Gäste über den Tag verteilt und freuten sich über den gelungenen Abschluss der Projektwochen.
An dieser Stelle möchten wir noch einmal allen Helfer_innen, Spender_innen und Teilnehmer_innen für die Unterstützung danken, ohne die dieses Projekt sicher nicht in dieser Form hätte stattfinden können!

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