Unser Einwand zum Bebauungsplan

Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung B-Plan Nr. 370
Eingereicht am 28.05.2013.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu dem von der Stadt vorgestellten Bebauungsplan Nr. 370 möchten wir als aktuelle NutzerInnen des Geländes Hamburgerstraße 22b hiermit unsere Einwände anführen.
Wir möchten anmerken, dass die aktuellen Raumnutzungsentwürfe jegliche Berücksichtigung der Interessen der Kulturschaffenden auf dem Gelände vermissen lassen. Dies steht im Widerspruch zu den Aussagen von Stadt und Eigentümern, die Kulturszene am Güterbahnhof erhalten zu wollen (vgl. mit diversen NOZ-Artikeln des letzten Monats, OS1.TV Berichten und Aussagen von Herrn Franz Schürings, als Leiter des Fachbereichs Städtebau).

Wie die VertreterInnen des Kulturverein Petersburg e.V. bereits in diversen Gesprächen mit VertreterInnen der Stadt u.a. in Person von Herrn OB a.D. Pistorius, Frau Kulturdezernentin Rzyski und Herrn Stadtbaurat Griesert deutlich machten, sehen wir unsere aktuelle Nutzung nicht als Zwischennutzung.
Trotz der Tatsache, dass eine langfristige Perspektive aufgrund diverser Eigentümerwechsel teilweise ungewiss war, wurde unsererseits immer eine dauerhafte Etablierung gewünscht, angestrebt und kommuniziert.
Das kulturelle Leben am Güterbahnhof ist zu einem festen und wichtigen Bestandteil der Kulturlandschaft Osnabrücks geworden. Viele Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger verbringen dort ihre Freizeit, nutzen unsere Angebote oder sind selbst aktiv. Unsere Projekte erfreuen sich zunehmender Aufmerksamkeit in der Osnabrücker Bevölkerung.
Die aktuell entstandene Öffentlichkeitsdebatte zeigt, dass das Ende des Freiraum Petersburg für viele Bürgerinnen und Bürger Osnabrücks einen großen Verlust an Lebensqualität und Entfaltungsraum darstellen würde.

Wie in der Begründung zum Vorentwurf des Bebauungsplanes (Teil C, Abschnitt 1) angeführt wird, ist der Erhalt der vorhandenen Gebäude durch eine eventuelle Umstrukturierung und Erschließung des Geländes ausdrücklich nicht gefährdet, sowie eine Weiternutzung grundsätzlich möglich.
Weiterhin wird auch seitens der neuen Eigentümer deutlich das Bestreben kommuniziert, die kulturelle Szene nicht zu verdrängen, sondern im Gegenteil erhalten zu wollen (vgl. u.a. OS1.TV, Sendung: „Osnabrücker Land und Leute“ vom 06.05.2013).
Die Bereitschaft, das Gelände des Freiraum Petersburg zum Zwecke der weiteren kulturellen Nutzung zu veräußern, wurde zudem mehrfach seitens der Eigentümer angesprochen.
Wie die Zulassung von Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke im Planungsbereich GE1 (Begründung Vorentwurf Teil C, Abschnitt 4) untermauert, sehen wir keine hinreichenden Gründe, nicht ebenso eine Festsetzung für eine ausdrücklich kulturelle Nutzung im unmittelbar benachbarten, als Freiraum Petersburg genutzten, Areal vorzunehmen.
Wir appellieren daher auf eine Überarbeitung der aktuellen Baupläne mit dem Ziel des langfristigen Erhalts des von uns genutzten Gebäudes und der angrenzenden Außenflächen.
Hierzu fordern wir konkret, dass für den Bereich des Gebäudes Hamburgerstr. 22b und der angrenzenden, derzeit genutzten Flächen, ausdrücklich auch eine kulturelle Nutzung im Bebauungsplan festgeschrieben wird.

Bezüglich der Verkehrsanbindungsvarianten plädieren wir aufgrund der
damit verbundenen erheblich erhöhten Kosten und die bei einer Umsetzung auftretende starke Beeinträchtigung des von uns genutzten Areals in direkter Nachbarschaft für einen Verzicht auf die Verlegung der Frankenstraße (vgl.Variante 2) und damit auf eine Etablierung eines Kreisverkehrs (vgl. Variante 1).

Der Kulturverein Petersburg, mit seinen Mitgliedern, SympathisantInnen und Aktiven, strebt eine Weiterführung und den Ausbau des Projektes Freiraum Petersburg an.

Wir sind zu gemeinsamen Gesprächen über die weitere Entwicklung, Nutzung und Finanzierung mit VertreterInnen der Stadt und den neuen Eigentümern bereit.

Freundliche Grüße
Kulturverein Petersburg e.V.
vertreten durch den Vorstand

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